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Treffen sich zwei und der eine sagt zum andern: Ich kann nicht verstehen, warum dir der Weg zum Ziel wichtiger ist, als das Ziel selbst, warum du quasi den Weg selbst zum Ziel erklärst. Ja, das kann ich verstehen, dass du das nicht verstehst. Ich verstehe jedoch, warum für dich das Ziel das wichtigste ist und der Weg dabei eine untergeordnete Rolle spielt. Warum kannst du mich verstehen und ich dich nicht? Gute Frage.  Ich kann mich in dich einfühlen. Warum kannst du das? Weil ich die Art, wie ich mich erlebe, nicht als eine Wahrheit betrachte. Sondern? Als eine Möglichkeit. Und dann? Dann muss ich mich nicht daran festhalten im Sinne einer persönlichen Identifikation und kann mich ganz auf das einlassen, was du mir erzählst.

Diese Sichtweise ist neu  für mich. Ja, das kann ich fühlen.  Sie macht mich etwas perplex, ich weiss nicht so genau, was ich dazu sagen soll. Ja, auch das kann ich fühlen. Das heisst, du kannst alles fühlen was ich fühle? Ja. Dann kann ich ja meine Gefühle nicht vor dir verstecken, selbst wenn ich wollte. Ja. Oh! Ich fühle mich grad sehr ertappt, irgendwie entblösst. Ja, das kann ich fühlen. Es ist, als ob es überhaupt gar keinen Sinn macht, dir jetzt etwas vorspielen zu wollen. Ja. Doch weisst du was? Irgendwie fühlt sich das auch total frei an. So als ob etwas von mir fällt, eine Last, eine Schwere. So als ob die Idee, mich und meine Gefühle gut unter Kontrolle haben zu müssen, von mir  abfällt.Ja. Es ist als ob ich in einen Raum trete, wo alles offen ist, alles möglich ist, noch nichts feststeht. Ja.

Und weisst du was? Jetzt kann ich dich verstehen! Ich kann verstehen, warum es von hier betrachtet für dich unerheblich ist, ob ein Ziel erreicht wird oder nicht, alles um was es hier geht ist das Erleben selbst. Jetzt verstehe ich, was du meinst, wenn du sagst, der Weg ist das Ziel. Interessant, oder? Ja. Was glaubst du hat ermöglicht, dass du jetzt etwas verstehst, was du zuvor nicht verstehen konntest? Ich habe mich aus meiner eigenen Wahrheit heraus bewegt. Und hier, wo du jetzt stehst, was ist nun wahrer: Der Weg ist das Ziel, oder der Weg führt zum Ziel? Sie sind beide genauso wahr wie unwahr. Was lässt dich das sagen? Die Idee, dass Wahrheit etwas Relatives ist und immer im Bezug zum Standort des Betrachters. Ist das wahr? Vorübergehend scheint es so. Bis wann? Bis eine neue Idee auftaucht, die  wahrgenommen wird, für wahr gehalten wird und dann vorübergehend als Wahrheit erscheint.

Warum grinsen wir jetzt beide? Sag du es mir. Es ist als ob wir uns wo getroffen hätten, beide losgelöst von fixen Wahrheiten und in diesem Raum, wo alle Wahrheiten als Möglichkeit erscheinen gibt es nichts, was uns trennt. Ja. Erstaunlich. Ich fühle mich mit dir total verbunden, obwohl ich kurz zuvor glaubte, dich überhaupt nicht verstehen zu können. Ja. Und jetzt? Hmmm. Jetzt wo ich mich so verbunden mit dir fühle und dich verstehe, gibt es nicht mehr wirklich was zu sagen. Warum nicht? Alles ist gut. War es das denn zuvor nicht? Das weiss ich nicht mehr, es scheint weit weg. War es jemals wirklich da? Das weiss ich  nicht. Ist das jetzt, wirklich da? Das weiss ich nicht. Warum weisst du plötzlich nichts mehr? Das weiss ich nicht. Vielleicht weil mir etwas be-wusst ist. Und was könnte das sein? Das weiss ich nicht. Hast du ein Problem damit, dass ich plötzlich nichts mehr weiss? Das weiss ich nicht.

Wissen, ein Wort aus 6 Buchstaben. Zwei Vokalen, 4 Konsonanten, wobei einer doppelt vorkommt. Der Buchstabe s. S wie suchen, S wie  Sand, S wie Silber. Reden ist Silber, Schweigen  ist Gold. Doch Gold ist das gleiche wie Wissen, das gleiche wie Silber, ein Wort. Das Wort. Erschaffer, Inhalt und Auswirkung in einem. Die Möglichkeit, sich selbst durch Zwei in Einem als Drei zu erleben dank sich selbst, in sich selbst und durch sich selbst. Das Wort, ein Tor zu einen grossen Spielfeld mit unbegrenzt vielen Möglichkeiten und Varianten. Das Wort, das mich verführt, das Wort, das mich berührt, das Wort das mich zum Leben erweckt und doch selbst nur dank mir lebt.

Oh Wort, in dir will ich mich bewegen,
in dir will ich mir begegnen,
in dir, find ich zu mir.
Oh Wort, in dir bin ich zu Haus, immer schon und auf ewig,
in dir, lebe ich mich aus.
Durch dich komme ich in diese Welt geboren,
durch dich,  bin ich erst mich
und nur in deinem Antlitz, sehe ich die Dunkelheit und sie ist das Licht.

 
 
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