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Die Tür, manchmal führt sie wo hinaus, manchmal führt sie wo hinein und manchmal bleibt sie ganz einfach verschlossen. Ich schaue sie an und frage mich, wer hat sie da hingestellt? Wozu ist sie überhaupt da? Es erscheint mir, als ob ich auf der einen Seite bin und auf der anderen Seite der Türe ist das andere. Und ich stelle mir vor, wie ich die Türe öffne und schaue, was dahinter liegt. Das Gleiche! Es sieht auf der anderen Seite der Tür einfach ein bisschen anders aus, doch es ist das Gleiche, die gleiche Welt. Und ich stelle mir vor, was, wenn ich eine Türe öffnen könnte und das, was vor mir läge, wäre eine andere Welt? Ich öffne die Türe und stehe vor dem Himmel. Weit und breit kein Land in Sicht. Ich sehe Wolken, die Sonne, doch ich habe keine Ahnung was unter mir liegt, ich sehe nicht bis zum Boden. Hinter mir ist die Welt, die ich kenne, die Welt in der ich mich auskannte, zu wissen glaubte, wer ich bin, wie ich sein muss, wer ich sein muss, um in dieser Welt überleben zu können. Hier nun liegt eine Welt vor mir, wo wie noch nichts geschrieben steht, so als ob ich am Anfang von etwas stehen würde und doch niemals wo anders gestanden bin.

Ich fühle es, um sie erfahren zu können, gibt es nur einen Weg: zu springen! Ich spüre wie es in mir zögert und ich spüre, wie es mich einlädt zu springen, wie es mich dazu aufmuntert. Ich lass den Türrahmen los, an dem ich mich festgehalten hatte und spring. Mitten in das blaue Nichts hinein. Erinnerungen an meinen Tandemsprung tauchen in mir auf, ich habe die Arme weit offen und lasse mich von der Luft tragen. Ich spüre, wie mich die Lust ergreift und ich beginne mich zu drehen, Saltos zu machen, ich schiesse in die Tiefe  um mich dann wieder von der Luft aufgreifen zu lassen, ich fühle mich unendlich getragen. Ich fliege! Es tauchen Landschaften vor mir auf und ich überfliege sie, was für eine herrliche Welt! Ich fühle mich so lebendig, so befreit. Und als ich auf der Erde lande, bin ich Mensch und ich bin nackt. Ich fühle wie meine Füsse den Boden berühren. Erstaunt blicke ich mich um. Es ist eine Landschaft, wie ich sie zu kennen glaubte, doch sie ist mir noch nie so unentdeckt erschienen. Ich schnuppere an einer Blume, die einen lieblichen Duft verströmt, ich sehe wie die Schmetterlinge um mich herum tanzen und ich beginne mit ihnen zusammen zu tanzen. So tanzen wir uns vorwärts bis ich vor einem Haus stehe. Es ist aus Holz und steht mitten auf einer Lichtung. Ich klopfe an die Tür, doch niemand macht auf. Die Tür geht von alleine auf und ich trete ein. In diesem Haus empfängt mich eine wohlige Wärme, leuchtende Steine an den Wänden lassen mich vor Demut meine Hand auf mein Herz legen, es ist so unbeschreiblich schön.

In dem Haus gibt es noch keine Möbel und so setze ich mich auf den Boden, in der Mitte des Raums, eine Stille umgibt mich, sie erscheint mir heilig. Und während ich da so sitze, spüre ich wie etwas mich umgibt, wie es mich einhüllt und mir kommen die Tränen. Es ist als ob Liebe mich durchdringt. Sie durchdringt mein ganzes Wesen und ich fühle, wie sehr ich sie vermisst habe diese Liebe, dieses Gefühl zu Hause zu sein, dieses Gefühl, alles ist gut, dieses Gefühl von geborgen und beschützt zu sein. Dann reibe ich mir die Augen, trockne meine Tränen und ein Lächeln huscht in mein Gesicht und ich sitze wieder in dem Raum, von wo ich auf die Türe geschaut  habe und mich gefragt habe, was für eine Welt wohl hinter ihr liegen würde. Und die Türe ist immer noch da, doch die Welten haben sich vereint. Vereint in mir. Und ein Hauch eines Rosenduftes steigt mir kurz  in die Nase. Alles ist gut.

 
 
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