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Jun
05

Ich spüre diesen Hass in mir. Lange ist er versteckt geblieben. Diesen Hass auf mich selbst und die Unfähigkeit, perfekt zu sein. Die Ohnmacht des Gefühls ungeliebt zu sein, die Verzweiflung des Gefühls nicht zu genügen, die Scham weniger liebenswert zu sein als andere, die Wut und die Trauer darüber, mich nicht wirklich gesehen zu fühlen. Und je mehr ich in diesen Hass eintauche, je mehr ich ihn zulasse, ihn fühle, umso näher kommt er mir. Bis an den Punkt, wo ich ihn überall in mir spüre, ohne selbst dabei Hass zu empfinden. Nein, im Gegenteil. Das was ich ebenfalls in mir wahrnehme ist Verständnis, Liebe. Und ich sehe wie der Hass und die Liebe sich in mir begegnen. Sie gehen aufeinander zu und ich sehe Tränen in ihren Augen, so als ob sie sich schon sehr lange nicht mehr begegnet wären. Sie umarmen sich und schauen zu mir. Und auch ich habe Tränen in den Augen. Was habt ihr mir gefehlt. Ich dachte, ich hätte euch auf immer verloren.

Es ist still geworden in mir. So als ob nun endlich alle heimgekehrt sind an den Ort ihrer Geburt. Mein Herz, es schlägt im Bauch. Ich spüre wie alles sich in mir entspannt. Der Cursor blinkt, so als ob er auf das nächste Wort warten würde. So als ob er mich rufen würde: sprich zu mir, komm zu Wort. Ich höre Musik im Hintergrund, ich richte mich auf. Gibt es noch etwas zu sagen? Ist etwas unausgesprochen geblieben? Ich lasse mich fallen in den Raum aller Möglichkeiten.

Wenn das Gras nicht mehr grün ist, ist es immer noch Gras. Wenn der Mensch nicht mehr menschlich ist, ist er trotzdem noch Mensch. Hass und Liebe bedingen sich. Kein Mensch kann Hass fühlen, ohne jemals der Liebe begegnet zu sein und kein Mensch kann Liebe fühlen, ohne jemals, dem Hass begegnet zu sein. Zusammen sind sie das Eine, das Eine, das durch alles in diese Welt sich ausdehnt in unendlich vielen Formen und Farben. Zusammen sind sie du und ich, zusammen sind wir, was wir alleine niemals sein könnten und zusammen ist das Eine immer auch das Andere.

 
 
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